Von Meerschweinchen für Meerschweinchen

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Wo kommen unsere Meerschweinchen eigentlich her?

Von Dani um 07:08 am 3.12.2005 | 1 Kommentar

Seit längerem schon habe ich mich immer wieder gefragt, wie die Wildmeerschweinchen eigentlich leben, wo sie überhaupt zu Hause sind und wie viel sie mit unseren kleinen Schweinchen gemein haben. Daher habe ich sowohl das Internet als auch diverse Meerschweinchen Bücher durchforstet. Was ich dort alles gefunden habe, möchte ich hier kurz darstellen.
Die Vorfahren unserer Hausmeerschweinchen leben in Südamerika. Die meisten davon in den Anden. Dort leben sie in Sippen mit jeweils einem Bock, dem so genannten alpha-Bock, und drei bis vier Weibchen zusammen. Die Tiere verbringen die meiste Zeit ihrer Aktivphasen, nämlich in der Dämmerung morgens und abends, damit, sich Nahrung zu beschaffen und diese aufzunehmen. Sie sind besonders beweglich und wendig, da sie für die Futtersuche oft längere Strecken zurücklegen müssen. Doch das Aufspüren der Nahrung ist nicht das einzige Problem, sie müssen sich zudem immer vor Feinden, im allgemeinen Greifvögeln, hüten, die sich meist aus der Luft auf sie stürzen. Deshalb sind sie mit besonders scharfen Sinnen ausgestattet, die sie auch das leiseste Geräusch oder die kleinste Bewegung wahrnehmen lassen, so dass sie sofort in einen Unterschlupf oder eine Höhle flüchten können. Meist übernimmt diese “Wache” ein Tier der Sippe, während die anderen in Ruhe fressen. Die kleinen Tierchen haben keinerlei Möglichkeit sich zu verteidigen, daher besteht ihr einziger Schutz in der Flucht.
Wenn man sich diese Informationen einmal genau ansieht und dann die eigenen Hausmeerschweinchen beobachtet, stellt man fest, dass viele dieser Instinkte und Gewohnheiten geblieben sind. Zwar haben unsere Lieblinge einige Fähigkeiten nur noch in abgeschwächter Form, so sind sie z.B. weniger beweglich oder haben auch nicht mehr ganz so scharfe Sinne, doch es reicht nach wie vor.
Am einfachsten ist der Fluchttrieb wieder zu erkennen. Egal ob im Käfig oder im Auslauf, die Meerschweinchen mögen es überhaupt nicht, wenn irgendetwas von oben über sie kommt. Allein eine erhobene Hand oder auch nur der eigene sich nähernde Körper können, je nachdem wie schreckhaft die Tiere sind und wie gut sie bereits an ihren Besitzer gewöhnt sind, eine hastige Flucht auslösen. Diese geht meistens in ein Häuschen oder irgendetwas, worunter man sich verkriechen kann. Genau deshalb ist es unerlässlich, dass Meerschweinchen so viele Verstecke wie möglich haben. Im Käfig beschränkt sich das meistens auf Häuschen und Tunnel, doch gerade im Auslauf, wo viel freie Fläche ist, müssen genügend Höhlen oder Tunnel oder was auch immer vorhanden sein. Auch hier muss man nicht tief in die Tasche greifen. Natürlich gibt es allerhand Dinge, die man kaufen kann, doch ein einfacher Karton, in den man ein oder zwei Löcher schneidet, erfüllt auch schon diesen Zweck. Meine Beiden mögen sogar ihre Amazon-Kartons ( ;-) ) fast lieber als den tollen Wigwam, den ich ihnen letztens gekauft habe.
Amazon
Auch die Tatsache, dass Meerschweinchen immer versuchen in irgendwelche Ritzen oder unter Betten zu kriechen, wenn man sie einfach ins Zimmer setzt, lässt sich dadurch erklären. Instinkte sind angeboren und müssen nicht erlernt werden. Das hat natürlich auch zur Folge, dass man diese nicht abgewöhnen kann. Man wird es also nie schaffen, dass die Meerschweinchen nicht mehr weglaufen, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas von oben kommt. Das einzige was man tun kann, ist ihnen entgegenzukommen, nämlich indem man den Käfig nicht direkt auf den Boden sondern ein wenig erhöht aufstellt oder indem man es vermeidet sich über die Schweinchen zu beugen und eher versucht sich so klein wie möglich zu machen und die Hand möglichst auf Augenhöhe der Meeris zu nähern.

Eine andere Sache, die den Meerschweinchen irgendwie erhalten geblieben ist, ist die Tatsache nach ihrem Futter zu suchen (wo wir wieder bei den verschiedenen Spielen wären). Auch wenn sie es eigentlich nicht müssten, da ihnen alles wie auf dem Silbertablett serviert wird, sieht man die Kleinen immer wieder in der Gegend rumschnufeln, in verschiedene Ecken sehen, ob da was liegt oder auch einfach die Nase in den Wind halten um zu erkunden, ob irgendwas in Riechweite ist. Also warum sollte man diese Instinkte und Triebe verkümmern lassen? Es ist, wie bereits erwähnt, so einfach die Kleinen zu beschäftigen, ihnen kleine Verstecke zu bauen, wo sie ihr Futter suchen können oder es einfach ein wenig erhöht zu legen, damit sie sich ein bisschen anstrengen und strecken müssen. Das macht erstens den Schweinchen Spaß, fordert sie und hält sie fit, und macht zweitens auch mehr Spaß beim Beobachten, denn da merkt man erst so richtig, wie clever, aufgeweckt und beweglich unsere Lieblinge eigentlich sind.

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Spiele mit den Meerschweinchen

Von Dani um 10:59 am 1.12.2005 | Keine Kommentare

Seit kurzem habe ich ja einen super Auslauf für meine Meerschweinchen, der ungefähr ein Drittel meines Zimmers belegt. Diesen können sie uneingeschränkt nutzen, da es dort nichts gibt, was sie kaputt machen könnten aber nicht dürften. Sie nutzen ihn auch sehr ausgiebig, laufen rum, popcornen, springen über Hindernisse und so weiter und so fort. Da ich sie in ihrer Ausgelassenheit nicht stören, aber dennoch gerne mit ihnen spielen möchte, habe ich in letzter Zeit mehrere Varianten ausprobiert.
Das schöne am Spiel mit den Meerschweinchen ist die Tatsache, dass man eigentlich nichts besonderes braucht. So reicht für das einfachste der Spiele, was eine Art aneinander gewöhnen und kennen lernen darstellt, eine Hand, etwas Futter, das die Schweinchen gern mögen, Geduld und Ruhe.
Die Regeln sind ganz einfach: man hält den Meerschweinchen die Hand mit dem Futter in den Auslauf oder auch den Käfig, bleibt so ruhig wie möglich, also macht keine hektischen Bewegungen, und wartet bis die Kleinen kommen, um sich das Futter zu holen. Je nachdem wie lange man die Tierchen schon hat, geht das ganz schnell oder dauert eben ein wenig. Ist es dann einmal so weit, dass die Meeris sich vorwagen, lässt man sie ein wenig schnuppern und dann das Futter mitnehmen. Hat man dies oft genug getan, haben sich die Meerschweinchen daran gewöhnt, kommen schneller und selbstsicherer und lassen sich eventuell sogar einfach streicheln. Allerdings hängt das auch vom “Charakter” der Schweinchen ab. Manche sind eben ängstlicher als andere und gewöhnen sich vielleicht nie dran. Bei meinen Beiden ist auch, trotz seines frechen Aussehens :-) , Alfi eher schüchtern und braucht manchmal immer noch eine Zeit, bis er sich traut. Doch generell habe ich diese Stufe mit meinen Kleinen bereits erreicht. Deshalb lasse ich sie ein wenig für ihr Futter arbeiten. Ich halte die Hand z.B. so hoch, dass sie sich hochrecken müssen um daran zu kommen. Das ist auch für den Besitzer der Hand ganz witzig, da sie sich mit ihren kleinen Pfötchen abstützen und das fühlt sich sehr süß an…
Ein anderes Mal gebe ich ihnen beispielsweise ein Stück Gurke, halte es aber (mit aller Kraft, die Meerschweinchen sind nämlich ganz schön stark) fest, so dass sie daran zerren müssen um es zu bekommen. Oder ich mache die Hand einfach ganz leicht zu, worauf hin die Kleinen erst nach der Öffnung suchen müssen, bevor sie an ihr Futter kommen.
Nach einiger Zeit merkt man auch, dass sie es wirklich gerne tun. Meine Beiden kommen z.B. jedesmal, wenn ich in das Zimmer komme angelaufen, schnuppern und sehen nach, ob ich nicht irgendwas dabei habe.
Für dieses Spiel gibt es unendlich viele Varianten. Je nachdem, wie gut man die Schweinchen schon kennt, kann man dies nach belieben und mit Fantasie variieren.
Natürlich sollte es aber für die Schweinchen nicht zu schwer sein. Wenn man also merkt, dass sie überfordert sind, oder es einfach zu hoch ist, dann sollte man sie auf keinen Fall damit quälen, indem man unnachgiebig ist, sondern ihnen ein Stück entgegen kommen und es einfach immer nur ein wenig schwerer machen.
So bleiben die Meerschweinchen fit, gewöhnen sich zugleich an den Menschen, der sie füttert, und alle haben Spaß!!

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