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G-Force – Meerschweinchen im Kino

Von Dani um 03:06 am 12.04.2010 | Keine Kommentare

Nachdem ich es aus zeitlichen Gründen nicht geschafft habe, den Film G-Force im Kino anzusehen, hab ich ihn jetzt mal auf BluRay gekauft und bereits gesichtet. Mein Urteil fällt hierbei recht gespalten aus…

Grundsätzlich kurz zum Inhalt des Films: Es geht um eine Spezialeinheit aus Meerschweinchen, die aufgrund eines kleinen Headsets mit den Menschen sprechen können. Außerdem haben sie diverse Kampftechniken erlernt und sonstige Fertigkeiten, die ein Agent so braucht. Allerdings wurden sie bislang noch nie in einer Mission eingesetzt, bis jetzt. Sie sollen unbemerkt in das Haus des Konzernchefs Sabre einsteigen und dort Beweismittel sichern. Es wird vermutet, dass in alle Elektrogeräte, die von Sabres Firma produziert wurden, Mikrochips eingebaut wurden, um einen schlimmen Plan zu verfolgen. Und tatsächlich finden die Meerschweinchen auf einem PC eine geheimnisvolle Datei, die den ganzen Plan aufdecken könnte. Sie können Sie downloaden und mit zurückbringen, doch dann geht alles drunter und drüber. Die Abteilung “Meerschweinchen Agenten” wird dicht gemacht und die Nager müssen fliehen. Leider landen sie in der nächsten Zoohandlung. Nun heißt es, daraus zu entkommen und die Geheimnisse um die Kaffeevollautomaten aufzudecken.

An sich handelt es sich hierbei um eine wirklich nette Idee. Meerschweinchen, die fälschlicherweise von vielen Menschen immer noch für “langweilig” und “lahm” gehalten werden, zu hochausgebildeten Spezialagenten alla “Mission Impossible” zu machen. Leider lässt die Umsetzung der Thematik dann aber gehörig zu wünschen übrig. Gerade für Meerschweinchen-Fans gibt es einige Stellen, die man so nicht gerne sieht. Bei derartigen Vorbildern muss man sich leider nicht wundern, dass die Tierchen häufig so falsch behandelt werden.

Wieso muss zum Beispiel eines der Meerschweinchen aus der Zoohandlung verrückt nach Süßigkeiten und Torten sein? Das entspricht der Realität natürlich überhaupt nicht. Wieso kann man hier nicht das Wesen der Meeris beibehalten und sie total auf Gurke, Paprika oder Petersilie abgehen lassen? Warum?! Das wäre mit Sicherheit genauso niedlich gewesen. So muss man befürchten, dass Kinder, die diesen Film gesehen haben, nach Hause gehen und ihrem Schweinchen Süßigkeiten geben wollen, weil sie denken, das fänden die ganz toll.

Eine andere Sache ist die Tatsache, dass hier Kinder, die zwei der Meerschweinchen aus der Tierhandlung holen, absolut unvernünftig damit umgehen. Ein Meerschweinchen wird noch in der Zoohandlung in ein Terrarium mit Schlange geworfen, zu Hause wird dann das Meerschweinchen in ein Auto gesetzt und ein anderes wie eine Prinzessin angezogen und geschminkt. Filmische Freiheit hin oder her, das scheinen mir schlechte Vorbilder für Kinder zu sein.

So etwas ist äußerst schade. Meiner Meinung nach haben Filme, auch wenn es fantasiereiche Kinderfilme sind, eine Vorbildfunktion. Die bestünde beispielsweise darin, dass man ganz klar herausarbeitet, dass Meerschweinchen eigentlich anders behandelt werden müssen. Dann wäre das okay.

Ansonsten kann man bei dem Film auf jeden Fall Spaß haben. Die Meerschweinchen sind toll animiert und es gibt auch einige echt niedliche Szenen. Leider ist die Geschichte ein bisschen zu naiv und oberflächlich, so dass man sich als Erwachsener bald langweilt und ein bisschen mehr Tiefe und Substanz vermisst (die man beispielsweise in diversen Pixar-Filmen vorfinden kann). Wenn man allerdings noch einen kindlichen Kern hat oder sogar Kinder, dann kann man den Film guten Gewissens ansehen, sollte sich allerdings im Nachhinein die Zeit nehmen, um mit den Kiddies darüber zu sprechen und klar zu stellen, wie man Tiere im Allgemeinen und Meerschweinchen im Besonderen behandelt. Außerdem sollte solch ein Film nicht zur Entscheidung führen, jetzt plötzlich Meerschweinchen haben zu wollen. Das ist immer eine verantwortungsvolle Entscheidung, die gut überlegt sein will. Man muss sich aller Nachteile, wie finanzieller und zeitlicher Aufwand, Schmutz, Geruch, etc. bewusst sein, bevor man sich entscheidet, ein Lebewesen, egal welcher Art, aufzunehmen. Nur so kann man Spaß mit den Tieren haben und sich sicher sein, dass es auch den Tieren gut geht. Das ist doch das entscheidende!

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