Das Leben muss weiter gehen
Letzten Mittwoch, den 09.12.2009, musste mein süßer kleiner Alfi eingeschläfert werden. Ich habe entschieden, ihn zu erlösen, da sein Kieferabszess und auch der Tumor im Bauch immer größer geworden war. Um 18:30 schlief er friedlich auf meinem Arm ein. Ich vermisse ihn sehr, er war ein ganz besonderes Schweinchen, nicht nur, weil er mein erstes (zusammen mit Broschi, der ja ursprünglich meiner Schwester gehörte) war.
Damit Broschi nicht lange allein sein musste, sind wir gleich am Donnerstag abend nach Laim zur Meerschweinchen-Notstation von Nadja Hesse gefahren. Wir hatten zuvor bereits per Email Kontakt aufgenommen und von ihr ein paar Vorschläge und Fotos bekommen. Ausgesucht hatten wir uns da den kleinen Sammy, ein bunter Teddy-Mix, ca. 9 Monate alt und kastriert. Vor Ort durften wir dann einige Meerschweinchen “probehalten”, die in Frage kämen. Da uns Sammy auch in Natura gut gefiel und einen lieben Eindruck machte, war relativ schnell klar, dass der Kleine mit uns nach Hause kommen würde. Aber dann waren da ja noch so viele andere Schweinchen, die ein neues zu Hause brauchten. Unter anderem ein 8 Wochen altes, goldenes Baby. Der Kleine ist die ganze Zeit im Gehege herumgesaust und war total niedlich. Also durfte ich auch ihn einmal halten und nach kurzer Rücksprache mit Nadja entschieden wir uns dafür, es mit einem Böckchen-Trio zu versuchen und für Broschi gleich zwei neue Freunde mitzunehmen.
Ich habe bislang immer nur Horrorgeschichten über Böckchen Dreierkonstellationen gehört und war deshalb skeptisch. Zu Hause habe ich erst einmal alle drei Schweinchen in den Auslauf gesetzt, in den ich Unterstände, einen großen Heuberg und Futter verteilt hatte. Ich machte mich auf das schlimmste gefasst, denn Sammy ist gerade in der “ich will auch mal Chef sein” Phase und ich wusste nicht, wie das mit Broschi ablaufen würde. Aber es ging alles viel besser als erwartet. Broschi und Sammy hatten eine kurze Auseinandersetzung mit Zähneklappern und drohen, danach war allerdings alles wieder ruhig. Die beiden neuen trauten sich natürlich noch nicht so richtig unter der Weidenbrücke hervor, aßen aber schon fleißig und verhielten sich eigentlich normal. Nach etwa zwei Stunden hab ich dann alle in den Käfig gesetzt. Auch dort gab es keinerlei größere Streitereien. Es heißt immer, dass man schon in den ersten ca. 30 Minuten merkt, ob zwei Meeris miteinander können oder nicht. Da sich alle 3 nicht gegenseitig zerfleischt haben und auch ansonsten relativ friedlich waren, gehe ich davon aus, dass es grundsätzlich klappen kann.
Seitdem gab es immer mal wieder Zähneklappern oder mal kurz jagen, aber nichts dramatisches, was mir Angst gemacht hätte. Ich denke Broschi ist noch ein bisschen überfordert, immerhin hat er jetzt über 5 Jahre nur mit Alfi zusammengelebt und kennt überhaupt keine anderen Meerschweinchen. Wahrscheinlich wusste er gar nicht, dass es noch andere gibt
Und jetzt sind da plötzlich zwei Fremde, die mit ihm zusammen im Käfig und im Auslauf sind. Das ist natürlich komisch. Die andern beiden sind das ja gewohnt, in der Notstation waren sie mit etlichen anderen Schweinchen in einem großen Gehege. Ich denke also, dass sich Broschi einfach noch an die Situation gewöhnen muss.
Gestern hatte ich alle drei nochmal im Auslauf. Da waren Sammy und Mukki (so haben wir das Baby getauft) schon viel sicherer. Zuerst hatten wir sie alle drei auf der Couch und haben sie ein bisschen gefüttert, damit sie sich auch an uns und unsere Hände gewöhnen. Sammy saß total entspannt auf dem Schoß von meinem Freund und hat nach ein bisschen Bedenkzeit dann gemütlich Gurke gefuttert. Mukki ist noch etwas hektischer, der saß zwar dann auch ganz ruhig auf meinem Schoß, hatte die Beinchen weggestreckt und ließ sich streicheln, gegessen hat er aber lieber auf dem Handtuch. Dann im Auslauf erkundeten Sammy und Mukki erstmal alles ganz genau, Broschi kennt es ja schon. Und dann gings los. Mukki raste wie eine Rakete herum, popcornte, flitzte durch das Heuhaus, wieder zurück und nochmal durch. Auch Sammy wurde immer wieder angesteckt, lief mit und popcornte. Broschi nahm das ganze meist ruhig hin, ließ sich aber hin und wieder auch animieren und lief den anderen beiden hinterher. Es schien alles ziemlich harmonisch. Mukki ist zwar rotzfrech und klaut den anderen teilweise das Futter, wofür er immer wieder angeklappert wird, aber das wird er schon noch lernen
Ewig lang war halligalli im Auslauf, gequietsche und gerenne. Irgendwann waren sie dann müde, dann hab ich alle zurück in den Käfig gebracht. Broschi hat gleich mal ne Runde geschlafen und die anderen lagen auch in irgendner Ecke und haben sich ausgeruht. Es gab dann nochmal einen kurzen Streit zwischen Broschi und Sammy, aber wieder nichts wildes. Ich bin also guter Dinge, dass die 3er-WG funktionieren wird.
Hier mal die ersten Fotos von den neuen Schweinchen. Leider sind mir noch keine besseren gelungen, aber das kommt noch. Ein Video aus dem Auslauf folgt demnächst.
Das ist der kleine Mukki, im Käfig unter der Weidenbrücke
Das ist Sammy im Auslauf unter dem Unterstand
Und das ist das bunte Trio im Auslauf
Wenn die beiden Kleinen sich noch besser eingewöhnt haben, dann werde ich mal eine schöne Foto-Session machen





