Ein lausiger Meerschweinchen-Sommer
Es ist bereits Mitte September und der Sommer damit endgültig vorbei, was man auch deutlich spürt, wenn man mal nach draußen geht (es hat hier gerade ca. 10°C). Wäre ja an sich gar nicht schlimm, immerhin hat der Herbst längst begonnen, aber leider bedeutet das auch, dass die Bilanz für die Schweinchen was den Aufenthalt im Garten betrifft, ziemlich mies ausfällt. Erst war unser Rasen nicht benutzbar, weil mein Freund versucht hatte, das Unkraut loszubekommen, dann wars immer so wahnsinnig schwül, so dass ich tagsüber die Meeris nicht raustun wollte, weil sie ja so anfällig für Hitze sind, und abends gabs dann natürlich Gewitter. Naja, und dann gabs noch die Zeit, in der es ständig geregnet hat und eher kühl war. So kommt es, dass die Schweinchen leider richtig selten in den Garten gekommen sind dieses Jahr. Echt schade.
Aber naja, dafür hab ich sie eben in der Wohnung laufen lassen und ihnen immer mal wieder nen Haufen Gras und Löwenzahn und Klee und so mit rein gebracht, damit sie wenigstens ein bisschen was vom Sommer haben.
Letztens habe ich sie einmal in der Küche laufen lassen, da die eigentlich perfekt ist als Meerschweinchen-Auslauf. Sie ist recht lang, es gibt keinerlei Möglichkeit für die Schweinchen irgendwo drunter zu kriechen oder etwas anzuknabbern und sie ist gefliest. Ich lege zwar immer Malerfolie und Handtücher aus, aber manchmal pinkeln die Kleinen genau über den Rand… Das ist bei Fliesen natürlich am unkritischsten, da man sie leicht wischen kann.
Also hab ich ihnen schön Malerfolie ausgelegt (leider hab ich diesmal die falsche erwischt… nicht genau hingesehen beim Kaufen. Normalerweise hatte ich immer eine stärkere Variante, da die besser zum und aus- und zusammenlegen ist. Diesmal ist sie total dünn und deshalb eher ungeeignet. Naja, geht aber auch), Häuschen hingestellt, Raufe und Holztunnel, ihnen überall Futter verteilt (diesmal nur auf den Dächern, die neue Umgebung ist immerhin aufregend genug) und zu guter Letzt die kleinen Meeris rausgesetzt. Anfangs waren sie erwartungsgemäß skeptisch und haben sich sofort beide in das “Kartonhaus” verzogen. Das ist ziemlich groß, da passen sie beide super rein.
Immer mal wieder kam einer heraus, hat sich ein Stück Futter vom nächstgelegenen Platz geholt und ist wieder rein geflitzt. Broschi blieb dann irgendwann draußen, ist die ganze Länge abgelaufen und hat sich schließlich bei der Raufe postiert. Alfi hingegen wars überhaupt nicht geheuer. Ich hatte die Tür offen gelassen, damit ich die Meerschweine beobachten konnte und hatte genau das Kartonhaus im Blick. Immer mal wieder hab ich dann Alfi gesehen, wie er aus dem Haus kam, aus meinem Blickfeld verschwand, um kurz darauf mit einem Stück “Beute” zurück geflitzt zu kommen. Das sah echt witzig aus
Irgendwann hab ich sie dann zurück in den Käfig. Alfi braucht wohl noch ein bisschen, bis er sich daran gewöhnt hat. Der ist sowieso immer etwas schüchterner. Aber wenns erstmal so weit ist, können sie da bestimmt schön herumlaufen. Das machen sie im Vorraum ja ständig. So lange bis es ihnen zu klein wird und sie auf Erkundungstour jenseits der Unterlage gehen wollen
Dann hört man nur “Meerschweinchenpfoten auf Parkettboden” und weiß, jetzt stehen zwei kleine Kerlchen im Türrahmen, schön im Gänsemarsch, und müssen zurück auf die Handtücher gebracht werden. Denn wenn sie erstmal ihre Scheu abgelegt und ihre Neugierde aufgesetzt haben, sind sie nicht mehr zu bremsen. Ich habs noch nie so weit kommen lassen, da in den anderen Räumen viele Kabel und Schlupflöcher und alles sind, aber ich bin mir sicher, dass sie ohne weiteres ins Zimmer kommen würden, wenn man sie nicht immer wieder zurückbringen würde
Die kleinen Entdecker.


